Tag Girls Menarche Initiative

Wie geht’s weiter?

In meinem Auslandsjahr habe ich zusammen mit meiner ugandischen Schule und deren
deutschem Förderverein ein Patenschaftsprojekt gestartet. Dabei kann man für ausgewählte
Kinder die Schulgebühren übernehmen und erhält als Gegenleistung Berichte von den
Kindern. Mehr Infos dazu hier: https://hanna-schmid.de/patenschaftsprojekt

Familienunterstützungsprojekt:
Nach meinem ersten Aufruf zum Patenschaftsprojekt meldeten sich auch ein paar Menschen,
die gerne einmalig eine dieser Familie unterstützen möchten und nicht direkt eine ganze
Patenschaft übernehmen wollen. Daraufhin habe ich mich mit meiner Schuldirektorin
zusammengesetzt und überlegt, wie man die Familien am besten unterstützen kann. Wie
vermutet meinte auch sie, dass es wenig bringt den Familien, obwohl es benötigt wird,
monatlich Essen oder Geld zu geben. Damit macht man sie nur noch mehr abhängiger und sie
verlassen sich zu sehr auf die Hilfe von außen. Viel besser ist eine Hilfe zur selbst Hilfe. Viele
von den betroffenen Eltern wollen und können (körperlich) etwas arbeiten. Es fehlt ihnen in
den meisten Fällen, nur an dem Startkapital.
Diese Erfahrung hat auch schon oft die Direktorin gemacht, die auch versucht ein paar
Familien zu unterstützen. Ihr Vorschlag ist es, dass man denen die wollen eine kleine
Ausbildung finanziert, bei der sie etwas Praktisches erlernen. Damit sie sich dann später
selbstständig machen können oder leichter Arbeit finden. Die Mehrheit der Frauen die für so
ein Programm in Frage kommen, sind an folgenden Kursen interessiert: Schneidern, Mode/
Design, Friseur und Gastronomie/Backen.
Alle diese Kurse gibt es an Schulen in Iganga, so dass die Frauen während dem Kurs daheim
wohnen können. Die Kurse dauern ein Jahr und kosten insgesamt pro Person ca. 350 €.
Diesen Betrag könnten sich auch mehrere Spender*innen aufteilen. Die Spenden werden über
den Deutschen Förderverein der Schule abgewickelt, der auch Spendenbescheinigungen
ausstellt, die man von der Steuer absetzen kann.
Ich bin weiterhin in Kontakt mit der Schule und werde dann auch Berichte über die Frauen,
die unterstützt werden, schreiben.
Wer Interesse hat eine ugandische Mutter mit so einem Kurs zu unterstützen, damit sie in
Zukunft eine eigene Einnahmequelle hat, kann sich gerne bei mir über
uganda @ hanna-schmid.de
melden.
Wenn nur 14 Menschen 25 € spenden kann einer Frau schon so ein Kurs ermöglicht werden.
Also jeder Euro zählt!

Hier geht es zu dem Förderverein:

https://www.puc-leben.de/projekte/

Beim Spenden dafür bitte den Verwendungszweck Patenschaftsprojekt oder Familienunterstützungsprojekt benutzen, damit wir die Spende zuordnen können.

Eine weitere Organisation, die mir am Herzen liegt ist die ugandische NGO „Girls Menarche Initiative“ Sie betreibt Aufklärungsarbeit zum Thema Periode und Periodenhygiene. Wir Freiwilligen haben mehrfach mit der Organisation zusammengearbeitet und sie für Kurse und Vorträge an unsere Schulen geholt.

Aktuell sammelt die Organisation Geld für „Menstrual Santa“, wo sie an Weihnachten Hygieneprodukte und Aufklärungsmaterial an Mädchen und junge Frauen in Slums in Uganda verteilen. Hier findet ihr mehr Infos zu der NGO https://www.girlsmenarche.org/programs

Für die Aktion „Menstrual Santa“ könnt ihr über Paypal an bohlen.jette@gmail.com spenden. Verwendungszweck: Menstrual Santa

Fazit der letzten zwei Jahre:
Einen internationalen Freiwilligen Dienst in Uganda zu machen, war eine sehr gute Entscheidung!

Die beiden Jahre waren die intensivsten und spannendsten in meinem Leben. Ich habe viel gelernt, gesehen und mein Horizont erweitert. Obwohl ich dort gute und schlechte Erfahrungen gemacht habe, bereue ich nichts. Ich habe Freunde fürs Leben gefunden und Uganda wird für immer ein Platz in meinem Herz haben.

Am Ende konnte ich noch, von meinen übrigen Spenden, meinen Nachfreiwilligen in Iganga jeweils 200 € für die zukünftigen Schwimmstunden und die Iganga Sports Academy überreichen.


NEU: Abschlussausflug mit den lokalen Freunden nach Kampala

Am letzten Wochenende meines internationalen Freiwilligen Dienstes, habe ich für meine lokalen Freunde ein Ausflug nach Kampala organisiert. Ich mietete einen Taxibus und morgens um 5:30 Uhr ging es los. An schlafen im Taxi war nicht mehr zu denken. Die Musik wurde laut aufgedreht und meine ugandischen
Freunde sagen lautstark mit. Die Stimmung war bombastisch. Ich kann mich nicht erinnern, so eine gute
Stimmung so früh morgens schon mal erlebt zu haben. Angekommen in Kampala ging es mit einer Free WalkingTour los. Dafür hatte ich eine Organisation gewählt die Frauen Guides unterstützt und ihnen Arbeit bietet. So hatte wir eine tolle Führerin, die sich sehr gut in Kampala und mit der Geschichte von Kampala auskannte. Der Anfang der Führung war am Independent Monument (Unabhängigkeitsdenkmal) und wir lernten wie blutig die Kämpfe zur Unabhängigkeit nach dem Kolonialismus der Briten waren.

Am Independent Monument

Weiter ging es am ugandischen Parlament vorbei zum Nationaltheater, wo wir Bilder von allen aktuellen ugandischen Königen sehen konnten. Jede Region hat einen anderen König als Oberhaupt, alle sind aber dem Parlament und dem Präsidenten untergeordnete. Ob sie überhaupt ein Mitspracherecht/ Entscheidungsrecht haben oder mittlerweile nur noch repräsentativ sind, weiß ich nicht genau.
Anschließend hatten wir die Möglichkeit auf einem Craft Market (Kunstmarkt) Souvenirs zu kaufen. Dann ging es weiter über einen der größten Lebensmittel Märkte, wo es fruchtig und würzig roch und buntes Treiben herrschte, zu einem Hinduistischen Tempel. Es war für uns alle das erste Mal so einen Tempel zu betreten. Der Innenraum war schön dekoriert und mit vielen glitzernden Statuen bestückt. Die Luft war von Räucherstäbchen geprägt und es herrschte eine respektvolle Stille.

Statuen im Hinduistischen Tempel

Als nächstes ging es über dem größten Markt Kampalas. Hier bekommt man alles was das Herz
begehrte. Der Markt ist so riesig, dass es kaum möglich ist denselben Eingang, den man
gekommen ist wieder als Ausgang zu nehmen. Alleine hätte ich mich bestimmt verlaufen. Aber unsere Führerin wusste genau wo es hingeht und hat uns durch viele verschiedenen „Abteilungen“ und Abzweigungen zielstrebig zum „Old Taxi Park“ in Down Town geführt. Dies ist der Knotenpunkt Ugandas und gewissermaßen das Herz Kampalas. Von hier aus kommt man in jede Himmelsrichtung in Uganda. Dazu muss man „nur“ das Schild der jeweiligen Stadt oder Richtung finden, steigt in ein dazugehöriges Taxi oder Bus und schon geht die Reise los.

Das war aber heute nicht unser Plan. Unser Frauen Guide warnte uns noch, unsere Wertgegenstände sicher am Körper zu tragen, bevor wir den Taxi Park durchquerten. In Down Town ist immer sehr viel los und ist deshalb auch für viele Diebstähle bekannt. Wenn man aber gut auf seine Sachen aufpasst wird auch nichts geklaut.
Unser Guide führte uns in ein Hochhaus von wo wir einen tollen Überblick auf das sogenannte organisiert Chaos hatten. Im 3. Obergeschoss konnten wir dann auch unser Handy rausholen und schöne Bilder vom Taxipark machen.

Old Taxipark

Für Außenstehende sieht es wie ein einziges Chaos aus. Wenn man sich aber etwas auskennt
versteht man, wie er organisiert ist und funktioniert.

Als nächstes ging es zu dem Berg, wo die nationale Moschee steht. Bevor wir diese aber
besichtigten, gab es ein vielfältiges lokales Mittagessen für alle. Denn vom vielen Laufen und
Zuhören waren wir sehr hungrig. Nachdem alle gestärkt waren, besichtigten wir die nationale
Moschee. Dies war vor allem für meine muslimischen Freunde, aber auch für uns ein Highlight.

Vor der nationalen Moschee

Die Moschee ist mit 15.000 Plätzen eine der größten in ganz Ost Afrika, wurde von M. Gaddafi
(Libyen) gesponsert und 2007 eröffnet. Es gibt drei verschiedene Ebenen und die Dekoration ist von drei Kulturen geprägt. Der Teppich ist im arabischen Stiel gehalten, die Fassaden sind aus Holz, was für die vielen Holzbauten in Ost Afrika/Uganda steht und die Fensterscheiben sind ähnlich wie in
europäischen Kirchen bunt, was die westliche Kultur verkörpern soll.

Als Abschluss ging es für uns noch auf den Turm der Moschee. Von hier hat man eine tolle Rundumsicht auf ganz Kampala. Von oben sehen die Straßen mit den ganzen Bodas niedlich aus. Wenn man allerdings unten auf den Straßen steht, fühlt sich alles sehr chaotisch und stressig an.

Auf der, wegen Stau, sehr langen Rückfahrt nach Iganga war die Stimmung wieder ausgelassen
und ich lernte noch ein paar lustige ugandische Lieder. Als Proviant hatte ich im Supermarkt
in Kampala noch einen süßen Snack für alle besorgt, der dann gemütlich verzehrt wurde. Um
21 Uhr kamen wir dann schließlich ziemlich müde, aber überaus glücklich, in Iganga an.
Es war ein wunderschöner Tagesausflug, der uns allen noch sehr lange bzw. hoffentlich für
immer im Gedächtnis bleiben wird. Wir alle lernten etwas und sahen Dinge, die wir zuvor noch
nie gesehen hatten. Meine ugandischen Freunde könnten sich alleine niemals so einen Ausflug
leisten, weshalb es etwas ganz besonderes für sie war.

So eine Frauen Guide Walking-Tour kann ich jedem empfehlen, der mal in Kampala ist. Die
Frauen Guides kennen sich wirklich gut aus und haben ein breites Hintergrundwissen. Am
Ende der Tour kann man selbst entscheiden wie viel man bezahlen möchte.


NEU: Abschiedsfeier an der Schule

Beim Seilziehen

Die Projektwoche endete mit einer großen End-of-term-Party die ich auch gleichzeitig als meine
Abschiedsfeier organisierte. Es gab viele Spiele und Wettbewerbe bei denen die
verschiedenen Klassen gegeneinander antreten konnten. So gab es zum Beispiel einen großen Seilspringwettbewerb, auf den schon Wochen im Voraus, in meinem Sportunterricht geübt wurde. Die
verschiedenen Tänze aus der Projektwoche wurden aufgeführt, die stärksten und athletischsten Schüler*innen konnten sich beim Flaschen hochhalten, Limbo und Seilziehen beweisen und auch die Tänzer konnten bei „dancing chair“ und Luftballon- Stopp- Tanz zeigen was sie drauf haben. Natürlich haben alle die auf der Bühne waren als Preis Süßigkeiten bekommen. Es war eine super Stimmung und alle waren am Lachen und hatten Spaß. Bisschen fühlte ich mich in meine Unterstufenfaschingszeit zurück
versetzt.

Tanzaufführung

Bevor es zum Mittagessen ging, hielt ich noch eine kurze Abschiedsrede und zeigte den Schülern Bilder von meiner Zeit an der Schule und den Aktivitäten, die wir alle gemeinsam gemacht hatten.
Für das Mittagessen konnte ich von meinen Spenden
Fleisch und Reis mit G-nutsoße und Kraut bezahlen, was für viele auch ein Highlight war.
Am Nachmittag gab es dann für alle noch einen Film. Gemeinsam wurde über einen Beamer
„The Greatest Showman“ geschaut und jeder bekam eine Tüte Popcorn. Die Message des Filmes ist, dass jeder Mensch besonders ist, Talent hat und seinen Traum leben kann und sollte. Was ich sehr schön finde.

Filmnachmittag

Obwohl das Englisch für die Kinder nicht leicht zu verstehen war, fieberten sie mit, sprangen bei den Tanzszenen auf und tanzten mit und bei der kurzen Kussszene wurde laut durcheinander geschrien. Am
Ende des Tages fiel ich todmüde ins Bett, aber das war es wert.
Der Tag war großartig und hätte nicht besser laufen können. Es war eine sehr gelungene (Abschieds)feier.

In meinem vorletzten Monat (in der Woche vor der Projektwoche) hatte ich leider noch auf meinem Heimweg von der Schule ein Bodaunfall.
Beim Abbiegen wurde mein Boda von einem Truck um gerammt. Ich kann von Glück reden,
dass mir dabei nichts Schlimmeres, als starke Prellungen und einigen Schürfwunden, passiert
ist. Mein Mentor brachte mich unmittelbar danach mit einem Sandtruck ins Krankenhaus
und ich musste an einer Stelle genäht werde.
Jetzt in Deutschland tut eine Stelle immer noch etwas weh, die nun mit Physiotherapie
behandelt wird und sichtbare Erinnerungen von dem Tag habe ich auch auf meinem Bein. Aber
das wichtigste ist, dass ich ganz und munter zurück nach Deutschland gekommen bin


NEU: Endbericht zum Sportplatzbau

Nach dem der größte Teil des Projekts, das Ebnen durch aufschütten von 28 Trucks Erde
erledigt war, waren auch erstmal meine Spenden aufgebraucht.
Dies hieß aber nicht, dass das Projekt still lag. In meinen ersten Sportstunden auf dem neuen
Feld, haben die Klassen gemeinsam mit mir das Feld „aufgeräumt“. Große Felsbrocken wurden
mit vereinten Kräften vom Feld gerollt und viel Müll und Glasscherben wurden aus der Erde
gesammelt.

Große Steine werden vom Sportfeld gerollt


Dann konnten wir auch die ersten Fangspiele spielen, für die man viel Platz benötigt. Diese waren davor nicht möglich. Wenige Wochen später, als einige meinem Spendenaufruf gefolgt waren, wurden noch ein paar Trucks schwarze Erde auf dem Feld verteilt. Diese solle besser zum Pflanzen von Gras geeignet sein. Ein paar Tage später versammelten wir uns (meine Mitfreiwilligen und lokale Freunde) auf dem Sportfeld zum Gras pflanzen. Denn für das Gras konnte nicht einfach Grassamen ausgeworfen werden, sondern jedes einzelne Grasbüschel musste einzeln eingepflanzt werden. Eine mühsame Arbeit. Aber mit vereinten Kräften waren alle vier Säcke mit Grasbüscheln nach zwei Nachmittagen eingepflanzt.

Gemeinsames Gras pflanzen

Jetzt mussten wir nur noch abwarten, bis das Gras angewachsen war, sich verbreitet hatte und auf Regen hoffen. Aber der dürfe auch nicht zu stark sein, da sonst alles wegschwemmt würde.
Nach vier Wochen, in denen wir den Platz zur Schonung nicht für den Sportunterricht benutzten, konnten wir nicht mehr der Versuchung wiederstehen und machten dort wieder Sport. Eventuell führte das und die Trockenzeit dazu, dass sich das Gras in der Mitte des Sportfeldes nicht so wohl fühlt und sich dort nicht ansiedelte. An den Rändern ist das Gras schön mit dem Gras von außen verwachsen. Groß gestört hat uns das fehlende Gras beim Sport nicht. Man hat nur immer an der Staubwolke erkennen können, dass ich mal wieder Unterricht habe.


In der Regenzeit ist das Gras, außer in der Mitte, auch wieder mehr gekommen. Wie erwartet wurde auch etwas Erde weggespült, aber tatsächlich nur ein kleiner Teil, der nicht schlimm war. Die Idee eine Mauer unterhalb des Sportfeldes zu bauen, hatte ich wegen den hohen Kosten verworfen. Als wieder einige Spenden zusammen gekommen waren, habe ich zwei kleine tragbare Tore, anfertigen lassen, die wir auch direkt im Sportunterricht benutzen konnten. Auch zwei Netballkörbe wurden angefertigt und im Pausenhof einbetoniert. Des Weiteren konnte ich ein paar neue Bälle und Spielsachen, wie Springseile
kaufen.
So konnte ich meine Sportstunden noch bunter gestalten und die Freudenschreie, wenn ich die Kinder aus dem Klassenzimmer geholt habe, waren gefühlt noch lauter. Nach einer gewissen Zeit ist mir aufgefallen, dass ausschließlich die Jungs beim freien Spielen Fußball spielen und die Mädchen nur Netball. Dies änderte ich einmal, in dem ich gesagt habe, dass die Mädels mit Fußball anfangen und die Jungs mit Netball. Wir würden nach 20 Minuten tauschen. Es herrschte kurz Verwirrung und es kamen Kommentare, wie „Netball ist doch nur was für Mädchen“, „die Mädchen wissen doch gar nicht wie man Fußball spielt“…
Als ich das aber aufgeklärte und sagte, dass es in den weiterführenden Schulen in beiden Sportarten Teams für beide Geschlechter gibt und Mädels zum Beispiel durch Fußball sogar leichter ein Stipendium für eine Schule bekommen, als Jungs, war Ruhe. Kurze Zeit später hat man auf beiden Felder lachende Gesichter gesehen. Also Spaß hat es wohl doch gemacht. Manchmal muss man Kinder einfach dazu ermutigen was Neues auszuprobieren und aus diesem klassischen Rollenbild auszubrechen.

Tragbare Tore

Gegen Ende meines Freiwilligen Dienstes habe ich nochmal vier Säcke Gras, nur in der Mitte des Feldes, pflanzen lassen. Hoffentlich wächst es diesmal besser an. Für den Rand des Feldes, zum Schutz gegen das Abrutschen der Erde, hatte ich auch noch eine kostengünstigere Idee.
Nämlich Bäume pflanzen. Die haben den Vorteil, dass sie nicht nur den Boden mit den Wurzeln fest halten, sondern auch Schatten spenden, was gerade in der Mittagspause sehr wichtig ist. Kurz mit der Direktorin abgeklärt und schon wurden Setzlinge ausgewählt und gekauft. Mir war wichtig, dass es auch
„coole“ Bäume sind, die später mal Früchte o.ä. haben.

So wählte ich 2 Avocado-, 2 Mango-, 2 Tamarin- und 4 weitere Setzlinge aus, die viel Schatten spenden werden. Nach dem Pflanzen wurden zum Schutz, dass keine Kühe die kleinen Bäume fressen, noch eine kleine Mauer um die Bäume herum gebaut. Ich bin gespannt, wie das Sportfeld aussieht, wenn ich Uganda wieder besuchen werde und ob ich in ein paar Jahren mal Avocados von den Bäumen essen kann.

Eingepflanzter Setzling





NEU: Gespräch mit der Schuldirektorin

In meiner letzten Schulwoche hatte ich noch ein Gespräch mit der Direktorin meiner Schule,
wie man in Zukunft die Schule, die Schüler*innen und deren Familie unterstützen kann.
Wir haben dazu eine tolle Idee. Dazu in einem anderen Beitrag mehr. Auch habe ich mit ihr über gewaltvolle Bestrafungen (vor allem Stockschläge) an Schulen geredet. Dies war ein Thema, das ich schon
länger mit ihr bereden wollte, aber nicht richtig wusste wie ich es ausführen sollte und was für Konsequenzen es haben wird. Es fällt mir schwer bzw. ich möchte nicht, als kaum qualifiziert Freiwillige, die Lehrkräfte dort kritisieren und ihnen vorschreiben was richtig und was falsch ist. Trotzdem konnte ich den extremen Anstieg an gewaltvollen Bestrafungen an meiner Schule nicht unkommentiert lassen. Es hat mich sehr beschäftigt, wie ich mich in dieser Situation verhalten soll und wie ich das Thema ansprechen kann, ohne jemanden als schlecht darzustellen.
Aber es war am Ende einfach zu viel Gewalt um wegzuschauen. Es verging keine Stunde in der ich nicht jemanden schlagen (mit Stock) gesehen oder gehört habe. Die Lehrkräfte haben sich teilweise im Lehrerzimmer darüber ausgetauscht / sich dafür gefeiert, wenn sie jemanden geschlagen haben. Es war wirklich schlimm und ich war teilweise auch kurz davor die Schule zu verlassen.
Das Erschreckende war, dass ich eine Verhaltensänderung bei den Kindern festgestellt habe.
Die Kinder sind, je mehr Gewalt sie erfahren haben, selbst untereinander viel gewaltsamer geworden.
In den Pausen haben sich immer öfter Schüler*innen geprügelt und auch in meinem Unterricht, wo sie eigentlich keine Gewalt fürchten müssen, kam es immer wieder zu aggressiven Streitigkeiten. Zum Beispiel im Kunstunterricht, endete ein kleines Problem in einer gewaltvollen Auseinandersetzung, bei der mein Rucksack zerrissen wurde. Weder ich noch mein Rucksack hatten den Kindern irgendwas getan.

Aber das ist genau das, was die Lehrkräfte den Kindern durch ihr Verhalten beibringen. Wenn es ein Problem gibt z.B. Kind ist zu laut, macht nicht was ich sage, nervt mich,… wird direkt mit Gewalt (Stockhieben) darauf reagiert. Wie sollen da die Kinder lernen wie man einen Konflikt, zum Beispiel das jemand anderes die Farbe gerade benutzt, die man selbst möchte, ohne Gewalt löst, wenn die
Lehrkräfte auch alles immer nur durch Gewalt erreichen wollen.

Nach dem Vorfall mit meinem Rucksack (ich konnte ihnen nicht böse sein, da ich wusste, dass
sie niemals aus freien Stücken mein Rucksack kaputt gemacht hätten) gab es eine klare Ansage
an die Klasse, dass ich zwar nicht schlage und jegliche Gewalt ablehnen, aber trotzdem auch Strafen habe. Mir ist es wichtig, dass die Kinder den Unterschied zwischen einer Strafe und Gewalt verstehen. Wenn sie irgendwann mal an meinen Unterricht denken, hoffe ich, dass sie sehen, dass auch ohne Gewalt ein geordneter und guter Unterricht stattfinden kann und setzen dies vielleicht auch mal selbst um.

Beim Gespräch dann reagiert die Direktorin erschrocken und besorgt auf alles, was ich ihr erzählte. Sie ist eine sehr verständnisvolle und einfühlsame Frau. Tendenziell lehnt sie auch gewaltvolle Bestrafungen ab. Sie meinte sogar, dass das in frühere Generationen gehört, sich aber heute die Zeiten geändert haben. Allein diese Einstellung ist schon mal Gold wert. In ihrer Position als Direktorin kann sie bestimmt auch etwas an der Schule bewegen. Wobei sie doch sehr wenig aktiv an der Schule macht und eher repräsentativ ist. Der Schulleiter ist ihr zwar unterstellt, in der Praxis leitete aber er die Schule zum größten Teil.

Auf jeden Fall hat sie mir versprochen, dass sich etwas ändern wird und sie das Gespräch mit
den Lehrkräften sucht. Sie erzählte mir auch, dass in der Vergangenheit ein Lehrer sogar eine
schriftliche Verwarnung von ihr bekam, da eine Mutter mit ihrem Sohn zur Direktorin kam und
ihr die Wunden an den Händen von den Stockhieben zeigte. Das ist schon ein kleiner Schritt in die richtige Richtung, aber es wird noch lange dauern, bis Ugandas Schulen gewaltfrei sind. Ich für meinen Teil habe getan was ich konnte und bin stolz, dass ich mich zu diesem Gespräch mit der Direktorin gezwungen habe.


NEU: Sexualitätsworkshop für Mädchen

In den Ferien organisierte ich mit der Mithilfe meiner Mitfreiwilligen ein Sexualitätsworkshop
für die Mädels der Iganga Sportsacademy. Die meisten von ihnen sind im Alter von 14 – 19
Jahren.
Als Vorbereitung darauf informierte ich mich in einem Krankenhaus in der Nähe über das
sogenannte „Familyplanning“, das es in fast jedem ugandischen Krankenhaus gibt. In dieser
kostenlosen Beratung werden Mädchen und junge Frauen zum Thema Zyklus und verschiedene Verhütungsmethoden aufgeklärt und beraten. Diese Inhalte sind im deutschen Bildungssystem alle in der 7. Klasse vorgesehen. In ugandischen Schulen wird das Thema Verhütung aber komplett tabuisiert.
Toll finde ich, dass nicht nur die Beratung kostenlos, sondern auch die verschiedenen Verhütungsmittel wie die Pille, Kondome, das Hormonimplantat, die Spirale usw. kostenlos ausgegeben / eingesetzt werden. In Deutschland muss man ab dem 18. Lebensjahr für die meisten Verhütungsmittel viel Geld ausgeben.
Aus Interesse hatte ich auch nachgefragt wie viele minderjährige Schwangerschaften es gibt.
Die Antwort war im Durchschnitt 3 pro Monat. Und das Krankenhaus, wo ich war, war kein
staatliches. Also sind in anderen Krankenhäusern die Zahlen sehr wahrscheinlich deutlich höher. Von Abtreibung wird streng in jedem Fall abgeraten, da es im Land auch illegal ist. Viele die es aus Verzweiflung trotzdem probieren, benutzen gefährliche Methoden und sterben dann bei dem Versuch.
Abschließend hatte ich noch gefragt, was ich den Mädchen und jungen Frauen im Workshop noch als Tipps oder Wissen mitgeben kann und bekam noch tolle Tipps zur richtigen Hygiene und Vermeidung von STGs (Sexual transmitted diseases).

Der Workshop mit den Mädels fand extra an einem neutralen Ort statt, wo wir ungestört
waren und sie sich auch trauen konnten Fragen zu stellen. 14 Mädchen waren anwesend.
Am Vormittag gab es eine Einheit zum Thema Periode und Hygieneprodukte, wofür wir die NGO „Girl´s
Menarche Initiative“ eingeladen hatten.

Beim Workshop

Am Mittag gab es für alle Teilnehmerinnen ein gutes Mittagessen und am Nachmittag ging es weiter mit einem kleinen Spiel zum wach werden und einer Einheit zum Thema Verhütung, Body Positivity und STGs. Ein Highlight war dabei die praktische Anleitung, wie man ein Kondom richtig benutzt. Am Ende des Workshops bekam jede Teilnehmerin ein wiederverwendbares Pad und eine kleine Packung Kondome.


NEU: U13 Team

Kurz vor den Ferien sprach mich mein Mentor Ivan, gleichzeitig auch Gründer der Iganga
Sports Academy an, dass es bald wieder YUFA (Youth, Uganda, Football Association) Academy
U13 Fußball Turniere geben wird. Er sei aber in dem Zeitraum nicht da und ob ich das nicht
übernehmen könnte. Ich erklärte mich dafür bereit. Was in dem Fall hieß, das ich vom
Zusammensuchen von geeigneten Spielern, über das Training bis hin zum Turniertag, der die
Iganga Sportsacademy ausrichtet, die komplette Verantwortung trage. Das Turnier sollte,
typisch Uganda, in 4 Wochen stattfinden und es gab noch kein Team.
Aber ich machte den Freiwilligendienst ja „um meine Komfortzone zu verlassen und über den
Tellerrand zu blicken“ da war so eine Aufgabe natürlich das Richtige.
Ich setze mich direkt mit 2 Trainern und dem Sportsmaster meiner Schule zusammen und wir
besprachen welcher Platz und welche Spieler sich für das Training eignen. Wir einigten uns auf
den Platz bei der Bishop Willis Schule und dass wir von dort auch die Spieler aus der U13
Schulmannschaft nehmen.

Jetzt mussten wir „nur“ noch den Schulleiter um Erlaubnis fragen. Dieser war natürlich erst mal direkt dagegen, weil das Training ja die Schüler*innen, die in den Ferien (verbotener Weise, macht aber trotzdem jede Schule) Unterricht haben, ablenken könnte. Nach einem langen und mühsamen Gespräch und mit der Unterstützung der Lehrkräfte und der Konrektorin stimmte er schließlich mit einige Auflage einem Versuch zu.

Dann mussten noch die Spieler rekrutiert werden, allerdings waren die anders, als wir es erwartet habe (durch schlechte Kommunikation) schon in den Vorferien (zwischen Examen und Zeugnistag) und wir konnten sie nicht erreichen. So musste ich mit dem Training noch bis
zum Zeugnistag warten, bis ich die Spieler über das Programm informieren konnte.
Zum Glück war diese Mal das Trainingsmaterial kein Problem, weil zwei Mitfreiwillige eine große Sachspende mit Bällen, Hütchen, Leibchen und ein paar Fußballschuhen auf die Beine gestellt hatten. Am Ersten Trainingstag waren, wie zu erwarten, noch nicht so viele Spieler dabei. Die Information musste sich erst einmal durch „Buschfunk“ verbreiten.

Trainiert wurde zweimal täglich fünf Tage die Woche, um die kurze Zeit bestens auszunutzen.
Nach der ersten Woche Training hatte ich 11 Spieler. Nach zwei Wochen Training, in dem ich versucht habe mein kleines Fußballwissen nach bestem Wissen an die Jungs zu vermitteln, kamen die neuen Freiwilligen an. Sie durften natürlich direkt im Training unterstützen und brachten auch frischen Wind mit. Zusätzlich half uns in der letzten Woche auch noch ein befreundeter Trainer der gut mit jungen Fußballern umgehen kann und genau wusste, wie er sie auf das Turnier vorbereiten muss.

Beim Training

Dann stand der Turniertag bevor. Unser Team war so gut, wie es in der kurzen Zeit ging, vorbereitet.
Ich bekam noch etwas die Krise wegen der Planung und Durchführung des Turniers, weil mir am Tag davor mitgeteilt wurde, dass der Zuständige von der YUFA doch nicht kommt, nicht klar ist wer das Feld markiert, welche Tore benutzt werden und wann Anpfiff ist. Etwas in Uganda mit dem Deutschen Mindset zu organisieren ist kaum möglich.
Am nächsten Morgen war ich um 8 Uhr beim Platz und fand dort schon mein Team, denen eigentlich gesagt wurde, dass sie um 8:30 Uhr da sein sollen. Was sehr lobenswert war.

Unser u 13 Team

Offizieller Anpfiff sollte nun um 9 Uhr sein. Die ersten anderen Teams kamen um 9:30 Uhr und die YUFA Menschen kamen um 10 Uhr und begannen, um 10:30 Uhr das Feld zu markieren und sich über die nicht passende Tore aufzuregen.
Also besorgte ich erstmal ein paar Snacks und Bananen für mein Team zum Frühstück. Als es dann endlich mit der Spielermusterung losging, zeigte sich wieviel die YUFA auf Genauigkeit und Fairness legt. Nämlich genau gar nichts.

In meinem Team waren alle, wirklich alle, unter 13 Jahre. Die Spieler der anderen Teams waren alle 2
Köpfe größer als unser Team und bestimmt nicht unter 13 Jahre.
Teilweise waren Spieler, größter als ich, dabei und durften dann auch spielen. Das
war überhaupt nicht fair und da hatte mein Team natürlich überhaupt keine Chance. Sie haben jedes Spiel verloren, aber sich dafür echt gut geschlagen. Sie haben gekämpft und das Beste gegeben. Bei einem fairen Spiele hätten sie auch eine reale Chance auf den Gesamtsieg gehabt. So war es aber aussichtslos und bevor sich noch jemand verletzt, sind wir um 15 Uhr noch vor dem letzten Spiel gegangen. Alle hatten Hunger und waren niedergeschlagen.

Zum Glück hatten wir im Voraus schon für alle ein Mittagessen bestellt. Nach einer großen Portion mit Reis und Fleisch und einer Flasche Limonade sah die Welt wieder besser aus.
Das Gute ist, dass das Team von meinen Nachfreiwilligen dreimal wöchentlich weiter trainiert wird, was eher selten für ugandische Verhältnisse ist. Ich bin mir sicher, dass das Team spätestens in 2 Jahren
das Turnier gewinnt und einige Spieler auf lange Sicht, wenn sie dabei bleiben, durch Fußball
ein Stipendium oder etwas anderes gutes erreichen werden.

Beim Essen nach dem Turnier

NEU: Projektwoche

Vor meinen letzten Ferien in Uganda, hatte ich noch eine Projektwoche an meiner Schule
organisiert. Jede Klasse hatten einen Vormittag mit mir, bei dem es eine Spaßolympiade
(Sackhüpfen, Dosenwerfen, Parkour, Wettrennen…), ein kreativ Workshop mit Wasserfarben,
ein Tanzworkshop und Spiele wie Fußball, Netball, Frisbee… gab.
Dabei wurden auch direkt die zwei neuen Tore und Netball Körbe eingeweiht und durchliefen
einen Härtetest. Das Motto war einfach Spaß haben und ohne Leistungsdruck Kind sein dürfen.
Zusätzlich zu dem Programm verschönerten wir die alte Fassade des Wassertanks. Erst schliffen wir gemeinsam die alte Farbe ab, anschließend wurde neu gestrichen und dann durfte jedes Kind sich mit einem Handabdruck mit verschiedenen Farben verewigen.

Nach dem Abschleifen
Verschönerter Wassertank


Ein weiterer Teil der Projektwoche war ein eintägiger Perioden-/Hygieneworkshop mit den Klassen P.4- P.7. Dabei sollte eigentlich nur um das Thema Periode aufgeklärt werden und Vorurteile abgebaut werden. Allerdings hatten die Kinder und Jugendliche auch andere Fragen. In Uganda steht nur
ganz wenig Periodenaufklärung im Bildungsplan und über Sexualität wird gar nicht aufgeklärt.
Es ist nicht selten, dass Mädchen ihre Periode zum ersten Mal bekommen und gar nicht wissen
was das ist und was mit ihnen passiert. Auch Vorurteile und Aberglaube sind durch die
mangelnde Aufklärung noch weit verbreitet. Ein Teil des Workshops war, solche Vorurteile
aufzuzählen. Es hat mich erschreckt, was dabei alles genannt wurde. Mädchen die ihre Periode
haben:
– dürfen nicht kochen, weil sonst das Essen verunreinigte ist

– dürfen nicht auf dem Feld arbeiten, da es sonst keine Ernte gibt

– wenn ein Hund eine benutzte Binde frisst wird das Mädchen unfruchtbar

– uvm.

Viele Mädchen gehen während ihrer Periode nicht zur Schule, weil sie sich schämen. Die meisten können sich auch nicht die richtigen Hygieneprodukte leisten und verwenden zum Beispiel nur einen Stofflappen, was eine Infektion sowie Blutvergiftung begünstigt. Am Ende des Workshops haben alle in Kleingruppen gelernt, wie man aus wenig Material wiederverwendbare Pads herstellen kann.
In ein paar Wochen werden auch alle Teilnehmer*innen ein solches Pad bekommen, was ich durch meine Spenden finanzieren konnte

Wiederverwendbare Pads herstellen

NEU: Urlaub in Kenia

Zwischenzeitlich gönnte ich mir einen kurzen Urlaub in Kenia. Von Iganga aus ging es mit
einem Reisebus 11 Stunden bis nach Nairobi, der Hauptstadt von Kenia.
Dort verbrachten wir einen Tag. Auf den Straßen findet man an jeder Ecke leckeres Streetfood und Früchte, die ich teilweise noch nie gesehen hatte. In Kenia gibt es viel weniger Bodas, die auch
teurer, als in Uganda, sind. Dafür gibt es Tuck-Tucks und zumindest in Nairobi auch Busse die etwas an Linienverkehr erinnern. Diese Busse sind alle von außen kunterbunt mit tollen und interessanten Bildern und Dekorationen verziert. Die lustigsten Sachen sind darauf zu sehen und zu lesen. Bei Nacht sind die Busse in allen möglichen Farben beleuchtet.
Auch die Taxis sehen etwas anders aus, als in Uganda. Innen haben sie 1 – 4 Fernsehbildschirme, bunte Lichter und es läuft laute Musik. Am Abend war die Musik so laut, dass mein Trommelfell vom Bass vibrierte und ich beim Aussteigen für kurze Zeit ein Piepton im Ohr hatte.
Die Menschen in Kenia sind mir, von allen Ländern die ich schon bereist habe, am hilfsbereitesten vorgekommen. Davon könnten viele noch etwas lernen.

Abend in Nairobi

Am nächsten Tag wollten wir früh morgens mit dem Zug nach Mombasa fahren. Die beiden Bahnhöfe sind gefühlt strenger überwacht als ein deutscher Flughafen. Zuerst muss man das Gepäck in eine Reihe legen. Dann geht Militärpersonal mit einem Hund am Gepäck entlang und danach muss man noch durch zwei Sicherheitskontrollen, wo man selbst und das Gepäck durchleuchtet wird. Zusätzlich wird kontrolliert, ob auf dem Ticket der gleiche Name, wie auf dem Pass steht.

Während der Fahrt durchquert man einen Nationalpark und kann sich die schöne Landschaft
anschauen. Wir sahen sogar ein paar Antilopen und Kamele.
Nach 5 Stunden und 472 km kommt man dann schließlich in Mombasa an. Dort ist es
erstaunlicher Weise viel wärmer als in Nairobi und in der Ferne sieht man den Indischen Ozean
glitzern.

Kamele neben der Zugstrecke

Nachdem wir unsere Gepäck zur Unterkunft gebracht hatten. Ging es erstmal was essen.
In einem einheimischen Restaurant fanden wir landestypisches Essen und ich probierte zum
ersten Mal Kamelfleisch. Es war sehr lecker. Ähnlich wie Hackfleisch serviert, aber es war
saftiger und zarter.

Am nächsten Tag besichtigten wir Mombasa Town, so wie die alte Festung Fort Jesus. Sie schützte früher die Zufahrt in die Lagune und den Alten Hafen von Mombasa. Heute ist sie UNESCO-Weltkulturerbe.
Danach gab es eine frische Kokosnuss zum Trinken.

Zur Erfrischung eine frische Kokosnuss

Am nächsten Tag ging es nach einem lokalen Frühstück weiter zum Fähranleger in Mombasa.
Von hier aussollte es weiter gehen nach Diani. Eine kleine touristische Stadt mit wunderschönen Strände direkt am indischen Ozean. Die Fähre über den Kanal war brechen voll, aber für Fußgänger kostenlos und wäre in Deutschland bestimmt nicht zugelassen gewesen (wegen Überladung).
In Diani trafen wir ein befreundetes Pärchen das aus Deutschland und Uganda ausgewandert war und sich das Paradies zum Zuhause gemacht hatte. Wir durften in ihrem Garten direkt am Strand 30 Meter
vom Wasser zelten. Es war traumhaft schön. Die nächsten Tage verbrachte ich mit schwimmen im türkisblauen; warmen Wasser, Strandspaziergängen, Muscheln sammeln, Oktopus/Fisch essen und das Leben mit frischen Kokosnüsse genießen. Ich fand sogar ein Surfverleih und kam für eine Stunde aufs Wasser. Leider aber zu europäischen Preisen.

Unsere Aussicht vor dem Zelt

Für die letzten Tage ging es noch weiter nach Kilifi. Auch eine unterschätze Kleinstadt direkt
am indischen Ozean.
Dort gibt es eine sehr tolle Öko-Backpackers Unterkunft mit einer eigenen Permakultur.
Zurück ging es auf demselben Weg wie wir gekommen waren, über Mombasa mit dem Zug
nach Nairobi und dann mit dem Bus weiter nach Iganga, Uganda.



NEU: Alltag und eine spontane Einladung

Zwischen März und Juni war überwiegend normaler Alltag angesagt. Ich war jeden Tag in der Schule und habe mit den Klassen P.1 – P.6 jeweils eine Sport-/Kunststunde pro Woche gemacht. Zusätzlich zweimal den Morgenkreis mit der Nursery (Vorschule). Nachmittags habe ich entweder das Training der Academy unterstützt oder selbst beim Fußball mittrainiert. Einmal in der Woche waren wir nachmittags an einer weiterführenden Schule und haben dort Sport mit den Mädels gemacht. Freitag nachmittags
machten wir immer Schwimmtraining. In den ersten Wochen mit jüngeren Kindern und später dann auch mit Menschen in unserem Alter.

Schwimmtraining

In der Woche nach Ostern, habe ich mir beim Sportunterricht die Kniescheibe ausgerenkt und
war dann krankheitsbedingt erst mal an die Couch gefesselt. Zum Glück habe ich, keine bleibenden Schäden davon getragen.

Das muslimische Opferfest Eid ul-Adha

Am 28.06.23 begann für Muslime das sogenannte Opferfest (Eid ul-Adha). Dies ist der
Höhepunkt der Pilgerfahrt nach Mekka (Haddsch) und wird weltweit von Muslimen gefeiert.
Ich wusste, dass es in Uganda ein Feiertag war. Als ich aber in der Schule nachfragte, ob an
dem Tag Unterricht stattfinden würde, hieß es „ja“. Also war ich pünktlich zu meiner Stunde
um 7:30 Uhr in Sportkleidung an der Schule. Ich musste aber feststellen, dass alles
abgeschlossen und wohl doch keine Schule war.
Da das muslimische Gebet zum Opferfest schon um 8 Uhr anfängt, hätte ich es nicht mehr
geschafft noch zu meinen Freunden zu fahren, die mich für das Gebet eingeladen hatten.
Deshalb beschloss ich zurück in die Stadt zufahren und ein paar Erledigungen zu tätigen. Kurz
bevor ich ankam, war eine Straße von der Polizei abgesperrt. Von überall sah man Muslime in
diese Straße, Richtung Sportplatz, strömen. Mir wurde gesagt, dass das Gebet dort stattfinden
würde, da sonst nirgends genügend Platz für die vielen Menschen wäre. Also beschloss ich auch
der Masse hinterher zu laufen. Vielleicht konnte ich ja das Gebet von außen anschauen.
Interessiert war ich ja schon.

Am Tor zum Sportplatz blieb ich stehen und beobachtete einige Zeit lang, wie hunderte Menschen die große Wiese betraten und sich mit einer Matte, auf dem Boden, für das Gebet vorbereiteten. Es war irgendwie faszinierend. Plötzlich sprach mich eine junge Frau an „hey muzungo, come and we go for prayer“ (Hey Weiße, komm und wir gehen beten). Ich erklärte ihr, dass ich gerne mitkommen würde, aber nicht die richtigen Kleider hätte (ich stand in kurzen Sporthosen da) und auch gar nicht richtig weiß was man da machen muss.

Sie überlegte kurz und meinte, dass wir noch schnell etwas Passendes kaufen könnten, wenn ich Geld dabei hätte. So liefen wir schnell zum nächsten Laden und ich kaufte mir ein langes Kleid so wie ein Kopftuch. Kurze Zeit später befand ich mich mit ihr mitten auf der großen Wiese und kopierte ihre
Bewegungen. Nach einer knappen Stunde war das Gebet vorbei und sie stellte mir noch ihre Verwandtschaft vor. Danach lud sie mich noch zum Essen bei ihr zu Hause ein. Es war ein schöner Tag, der eine ganz andere Wendung nahm als ich geplant hatte. Die besten Sachen passieren meistens einfach, wenn man sie nicht erwartet oder plant. Es war eine tolle Erfahrung mal so ein Fest miterleben zu dürfen und ich lernte wieder viel Neues über eine andere Kultur und Religion.

Nach dem Gebet